Bau einer Luciole MC 30

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Andres
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Sa 2. Mai 2020, 08:00

Hallo Dietmar,

falls es mit dem Bäcker nicht klappt oder Du für andere Bauteile was basteln möchtest:

Temperboxen kann man auch selbst leicht herstellen. Man braucht nicht viel Leistung um auf 50 - 60 °C zu kommen. Im Modellbau werden eine oder zwei von den guten alten 60 W Glühbirnen genommen und ein Lüfter. Wenn es einigermaßen isoliert ist reicht das aus. Die Aufheizrate kontrollieren sie über Frischluftzugabe. Wir haben eine Holzbox mit Styrodur isoliert und verwenden Infrarot-Heizfolien.

Viele Grüße,
Andrés
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reifendietmar-2008
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Sa 2. Mai 2020, 17:41

Hallo Männer , ich habe mal heute intensiv drüber nachgedacht u. bin dabei auf den unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizenten der Beiden Materialien Cfk und GfK ... gestolpert :idea: Hatte beim Leitwerksbau schon mal probehalber versucht Okumesperrholz/ Fichtenleisten u. Cfk Streifen geklebt mit L 285 zu Tempern . Das Ergebnis war gelinde gesagt schockierend :cry: alle Teile lagen als wären sie nie beieinander gewesen separat in der Kiste ! Unter diesem Aspekt gesehen ist es ja vorsichtshalber Kontraproduktiv zu Tempern ... zumindest nur ganz ..Zart mit 50 / 60 ° C :?: Binn gespannt auf Eure Tips . Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Liebernickel » So 3. Mai 2020, 05:09

Hallo Dietmar,
an meinen Fliegern ist sowohl Holz als auch Metall. Da ist mir nach dem Tempern noch nie aufgefallen, dass sich die Materialien getrennt hätten.
Wichtig ist vor allem (nach Empfehlungen des Harzherstellers):
l a n g s a m Temperatur hochfahren gleichmässig Temperatur halten l a n g s a m Temperatur wieder herunterfahren!

Der gesamte Tempervorgang dauert oft locker 24 Stunden.

Mach doch vorher mal einen Versuch!

Gruß Michael

Hier noch ein Foto von meiner Winterabdeckung, die im Winter dafür sorgt, dass keine Schneelasten abgelagert werden und im Sommer die richtigten Temperaturen zum Tempern erreicht werden. Die Regelung erfolgt mit Hilfe von Lüftern!
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Andres
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » So 3. Mai 2020, 07:56

Hallo allerseits,

Tempern kann auf jedem Fall zu Verzug führen. Mir ist bereits mehrmals passiert, dass eine vollkommen ebene Platte nach dem Tempern gewölbt war. Ich hab' mal ein experimentelles Laminat mit Flachsfasern und Kohlefasern gemacht. Die Platte war perfekt eben, auch nach dem Tempern. Danach habe ich eine Seite etwas abgefräst und schwups, war die Platte deutlich gewölbt. Laminate auszulegen, die sich unter Temperaturschwankungen nicht ungünstig verformen. ist eine kleine Wissenschaft für sich . Es muss nicht einmal eine Mischung von unterschiedlichen Fasern sein, wobei es da besonders passieren kann. Ungünstige Verformungen gibt es wenn Laminate nicht ausgeglichen sind. Symmetrische Laminate, die auf der oberen und unteren Hälfte die gleiche Fasernorientierungen haben, sind ausgeglichen. Es gibt aber auch asymmetrische Laminate, die ausgeglichen sind. Die müssen aber ausgelegt werden. Sowas ist aber was für NASA und DLR, die hochempfindliche Antennen aus Faserverbundkunstoffe herstellen …

@Dietmar: Dein Bügel ist symmetrisch aufgebaut: 10 Lagen UD-Kohle, ein Haufen Glasfaser UD und 10 Lagen UD-Kohle. Höchstens kann es zu einer kleinen Veränderung der Krümmung kommen, d.h. der Bügel könnte etwas aufgehen. Er wird aber danach nicht krumm sein. Um die Gefahr zu verkleinern, sind folgende zwei Punkte zu beachten:
  • Langsam aufwärmen. Wenn man mit mehr als 10 °C pro Stunde aufheizt, kommt man der aktuellen Glasübergangstemperatur vom Harz zu nahe und es wird weich. Unterschiedliche Temperaturausdehnungskoeffizienten erzeugen neue innere Spannungen, die beim Erkalten zu Verformungen führen. Also ruhig nur mit 5 bis 10 °C pro Stunde aufheizen.
  • In der Vorrichtung tempern. Sie gibt die Form vor und das Teil kann sich weniger verformen.
Übrigens, mehr als 50 - 60 °C brauchst du nicht. Die reichen völlig aus. In den Informationsblättern stehen auch Vorgaben für temperaturfeste Laminate. Das brauchst du hier nicht, weil der Bügel nicht Hitze ausgesetzt ist. An sich reichen auch 40 °C, die das Harz aus der Sprödphase bringen. Höhere Temperaturen bringen "nur" eine höhere Temperaturbeständigkeit (ca. 20 °C höher als die Temper-Temperatur).

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » So 3. Mai 2020, 18:06

Hallo Andre's , jetzt hat sich d. ..Vorhang gelüftet : Habe es verstanden ! Nur 1 Frage habe ich noch : sehr oft taucht der Begriff : Glasübergangstemperatur auf ... könntest Du das bitte noch mal erläutern :?: Vielen Dank im Voraus . Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Mo 4. Mai 2020, 06:08

Morgen Dietmar,

Glasübergangstemperatur Tg ist die Temperatur ab der das ausgehärtete Harz wieder weich wird. An sich wie bei Metalle, nur dass hier der Übergang von hart zu weich etwas schneller einsetzt und man daher eine Temperatur zuordnen kann. Die Werte werden in den Datenblättern der Harze angegeben und hängen von der Warmbehandlung ab. Grob gesagt, Harze die höhere Temperaturen ausgesetzt waren, halten mehr Wärme aus. Das gilt natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt.

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Mo 4. Mai 2020, 07:37

Danke Andre's , wieder was gelernt . Weiterhin viel ...Baufortschritt u. Erfolg .Grüße auch an die Aktiv mitwirkende Ehefrau , wo findet man solche Frauen noch ... die sich für solche Sachen Interresieren u. auch noch mitmachen! Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Mi 6. Mai 2020, 19:14

Guten Abend Männer : hatte heute wieder mal 1 bisschen Zeit um an d. ...Fliegenden Kiste zu werkel'n . Es waren die Vordere u. Hintere Aufnahmen für d. Flächen dran. Da hat die Rübe wiede a' bisserl gequalmt :cry: . Ich habe die Vorderen Aufnahmen nicht vorab a.d. Wurzelrippe angeschraubt ... weil das d. zum Schluß auch passt :?: , über d. Brücke wollte ich nicht gehen. Wie reißt man aber d. Löcher so an d. es passt ? ? Ich habe das folgendermaßen ..angestellt : Hinter die Wurzelrippe ein 5 mm 7075 Alu Blech eingeklebt als ..Gewindeplatte , im ganzen sozusagen ... aber ohne Löcher . Dann habe ich in den ..Haltewinkel ( T - Profil 7075 )die späteren Schraubenlöcher vorgebohrt , den Flügel eingeschoben , verbolzt u. dann das T - Profil an die Nasenrippe geklebt. Nachdem d. Kleber hart war , Flügel gezogen u. in die Vorgebohrten Löcher durch d. Wurzelrippe u. d. ..Mutternblech den Gewindekerndurchmesser gebohrt u. anschließend durch T - Profil u. Wuzelrippe d. Loch auf Schraubenschaftdurchmesser bis zur ..Mutternplatte aufgebohrt . Nun mußte mit einem ..Mutternbohrer ( Heißt wirklich so weil d. Schaft so groß wie d. kernloch ist ) nur noch d. Gewinde in d. 5mm .. Mutternplatte geschnitten werden :mrgreen: anschließend Schraube rein u. Fert'sch . Das blöde dabei ist dann zum Schluß das Bolzenloch für den Sicherungsbolzen genau zu treffen ... es ist nicht mehr möglich bei montierten Flächen die Löcher durch d. vorhandenen Führungen ( in d. Holmen ) zu bohren, man kann nur genau anreißen u. Beten d. es passt :mrgreen: Ich mußte leider eine 10 mm Alu Platte beilegen weil ich wahrscheinlich die Wurzelrippe verkehrt herum eingeklebt habe , sie ist eigentlich Konisch in Flugrichtung weil ja der Rumpf d. Form einer Birne hat . Und ohne beilegen wäre d. Loch zu weit an d. Kante gewesen. Bei soo.. viel Kleinkram bei d. Kiste ist es 1 Wunder das nicht noch mehr in .. die Hose gegangen ist :roll: Deswegen aus ..Eigenschutz diese ..Unkonventionelle Verfahrensweise ! Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Do 7. Mai 2020, 18:05

Hallo Jungs , ich habe ein bisschen geschwindelt : die hintere Flügelaufnahme kann man doch bohren. Allerdings nur mit diesem Winkelbohrvorsatz , alles andere wird zu ..Dick o. zu ..Lang u. funktioniert in Folge dessen nicht. Habe gleich noch die vordere Befestigung für d. Linken Flügel angeklebt so das morgen das Gewindeschneidprozedere analog zur Rechten Seite folgen kann. Die Bolzen im Hauptholm passen Suuuper Stramm , d. Vordere Aufnahme nur 7 mm vorgebohrt u. dann mit 1nem 8er Bohrer der hinten eine 13 er Mutter ( SW ) angeschweißt bekommen hat von Hand den letzten Millimeter ausgebohrt / ausgerieben. Ich denke mal nur so bekommt man das Passgenau hin . Mit vorher anreissen /bohren u. Passt :cry: :roll: funktioniert bestimmt nicht. Denn wenn da 1 x Luft drin ist .... :evil: klappert das ruck - zuck wie'n .. Lämmerschwanz ! Kannste gleich wieder alles Neu machen ! Dann bis morgen ... Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Do 7. Mai 2020, 18:13

Übrigens funktioniert das m.d. Bohren deshalb so gut weil Hr. Colomban kein ...kleiner Dummer ..ist ! und er auf 1 Seite eine ..Art Bundbüchse gezeichnet hat die so eine perfekte Bohrerführung gewährleistet so das man das gegenüberliegende Loch zu 100% genau trifft ! :mrgreen: Manche Sachen erschließen sich einem erst wenn es ...um d. Wurst ..geht !
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Fr 8. Mai 2020, 19:09

So Männer : Heute wurde d. Linke Flügel komplett verbohrt ( nicht ..verbohrt ) Im Hauptholm Hatte ich ja 18 mm gebohrt aber durch das bohren von Hand o. warum auch immer sind doch ca. 3 - 4/10 Luft . das muß abgestellt werden ! Da muß Günter mal mit d. größten angenommenen Übermaß ( 18,4 ) den Bolzen dazu drehen , sollte der Partout nicht reinwollen muß eben noch 1/10 runtergedreht werden.Da ich ja immer nur einen Flügel am Rumpf habe , habe ich mir einen Holmdummy gemacht damit da nichts .. schief gehen kann. Sollten die Flügel wirklich mal im .. Felde (Außenlandung ) demontiert werden müssen sollte das nach Möglichkeit d. Erbauer selbst tun :!: ansonsten gibt es 100% tig jede Menge Schaden an d. Grazilen Konstruktion beim Bolzen ziehen ! ! Sofern sie stramm gehen :roll: und das sollten sie ja ! Der Bohrer mußte beim ..Übergang von Holm 3 zu Holm 5 noch mal ..Federn lassen da so wenig Platz war , aber wegen 1nem 8 Bohrer geht d. Welt nicht unter :mrgreen: Ich denke mal mit dem ..Verbohren d. Flächen m.den Hilfsholmen bin ich 1 GROSSEN Schritt weitergekommen. Morgen vielleicht d. Spornrad ..eintütel'n u. wenn's gut läuft das Hauptfahrwerk auch gleich mit :lol: Sooo ... nun genießt alle d. Schöne Wo - ende Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Sa 9. Mai 2020, 08:00

Hallo Dietmar,

wäre aufreiben nicht besser? Mit normalen Bohrern an der Hand wirst du kaum eine gute Passgenauigkeit erreichen. Ideal wäre eine konische Bohrung, aber dann wird sich Günter beim Bolzendrehen freuen … Woraus macht ihr die Hauptbolzen?

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » So 10. Mai 2020, 12:30

Hallo , Herr Comomban hätte sie lt. Zeichnung gerne aus 16 CDV6 T in 16 x 1 mm , ich nehme an die Bezeichnung kommt unserem 25 Cr Mo 4 nahe .Konisch wäre natürlich die ..Königsdisziplin :shock: , aber das ist nun ..Geschichte . Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Mo 11. Mai 2020, 06:37

Hallo Dietmar,

wahrscheinlich ist es 15 CDV6 / 1.7734 Stahl. Das ist etwas zäher als das 25CrMo4. Mit 16×1 klingt es so, als könnte man ein Stück Rohr dafür nehmen und auf Passung schleifen. So ähnlich hatte ich es mir für die Schneewittchen vorgestellt. Letztendlich ist bei der Steckung das 7075 Alu das schwächste Glied der Kette. Die Härte davon ist recht klein im vergleich zum hochfestem Stahl. Etwas 25CrMo4 Rohr könntest du sicherlich bei Roman Weller beziehen. Das hochfeste 1.7734 bekommt man auch im Zuschnitt z.B. bei CP Tech GmbH. Die haben aber Apothekerpreise: Immer ausdrücklich Reste verlangen, sonst landen sie in der "Restebox" und schnell sind 100 EUR nur an Reste "weg'".

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Liebernickel » Di 12. Mai 2020, 11:27

Servus zusammen,
konische Bolzen habe ich und kann ich nur empfehlen. Verklemmt sich nie und es gibt kein Spiel. Ist allerdings auch nicht billig!
Guß Michael
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