Bau einer Luciole MC 30

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reifendietmar-2008
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » So 26. Apr 2020, 11:46

Hallo Michael , ganz einfach ... bei der Zarten Konstruktion ist ja kaum Wiederstand da , also ..verbiegst du die 2 Glasfaserstäbe zusätzlich so das das ganze ..schwerer geht ( dir wird vorgegaukelt man sitzt in einem größeren / schwereren Flugzeug ) gleichzeitig dient es der Rückstellung des Ruder's ( ob das mit der Rückstellung sich automatisch ergibt o. ob,d. so gewollt ist müßte man Hr. Colomban fragen : oder vielleicht gibt es ja jemanden der es GENAU weiss ) in Neutrallage . Bei meiner Rans ist so was auch nicht verbaut , bzw. kannte ich so etwas bisher auch nicht ... :roll:
Timpilot
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Timpilot » Mo 27. Apr 2020, 07:49

Allgemeine infos zu Federn in Steuerungen:

Federn in Steuerungen werden in der Regel verbaut, um die das Steuergefühl zu verstärken in dem eine künstliche (nicht aerodynamische) Rückstellkraft erzeugt wird. Der Pilot hat so ein deutlicheres Feedback dafür, dass er das Ruder gerade ausgeschlagen hat und auch wie weit er das Ruder ausgeschlagen hat. Das Ruder geht so selber in Neutrallage zurück, also ist die Flugstabilität bei losem Rudder (ohne Piloteneingriff) besser.

Die negative Seite: Diese Kraft, die nicht aerodynamisch ist, gibt kein feedback über die Fluggeschwindigkeit und die wahre Last, die auf dem Ruder ist. Die Federkraft ist immer gleichgroß, unabhängig von der Fluggeschwindigkeit. Daher ist dieses Feedback etwas unpassend und man muss sich als Pilot evtl. etwas daran gewöhnen. Es kann z.B. schwierig sein bei geringen Geschwindigkeiten sehr kleine Ruderausschläge zu machen, da man schon eine recht Hohe Kraft braucht. Weiterhin stellt sich die Frage, wie sich das Steuerungssystem verhält, wenn ein Federelement versagt. Flattern kann durch Federn in Steuerungen sowohl negativ als auch positiv beeinflusst werden.

Das alles ist keine Wertung sondern soll eine objektive Information sein.

Mein persönlciher Ansatz: solange es geht ohen Federn. Bevorzugt auf aerodynamische Weise die Ruderkraft erhöhen (anti tab), wenn nötig, Federn sind aber kein Weltuntergang

Zur Rans S6 und anderen UL- und Segelflugzeugen: Es gibt in der Bauvorschrift keine Forderung, dass das Seitenruder selbstständig in die Mittelstellung zurückkommt. Daher tut es das auch bei vielen dieser Flugzeuge nicht. Eine Richtungsstabilität ist also nicht richtig vorhanden. Einfach mal testen: Aus dem Schiebeflug (Slip, Seitengleitfulg etc.) vorsichtig die Füße aus den Pedalen nehmen ohne sie neutral zu treten. Oft bleibt das Ruder dann zu mindest teilweise ausgeschlagen. Als Pilot merkt man das in der Regel kaum, weil man immer aktiv das Seitenruder zurück zur Mitte steuert (unbewusst). Die Zulassung akzeptiert das für Flugzeuge, die nur am Tag nach Sicht geflogen werden.
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Mo 27. Apr 2020, 12:29

Hallo Tim , soo .. 1 Umfassende Aussage habe ich erwartet :P . Ein Glück das Du hier im Forum mitliest . Wollte dir ja zur OUV Wintertagung mal direkt in d. Augen schauen ... aber Du warst leider nicht anwesend .Vielen Dank für die umfassende Erläuterung .Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Liebernickel » Mo 27. Apr 2020, 12:47

Auch von mir herzlichen Dank für die Aufklärung! Wieder mal was dazu gelernt!

Gruß Michael
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Do 30. Apr 2020, 18:39

Hallo Ihr da draußen :lol: Habe neben d. Räderwechselei n. 1 bisschen was ..reißen können ! Das Fahrwerk mußte nach d. ..Pleite die es geliefert hat noch mal raus um es .. etwas zu verstärken . Das ist mit jeweils 10 Lagen CfK Unidirektinal Gelegebändern oben u. unten an d. Schwinge ausgeführt worden. Dazu habe ich mir Li & Re. der Schwinge eine .. Schalung gefertigt um in Ruhe das Gelegeband Lage für Lage einlegen zu können. Die Schwingenbreite ist genau so breit wie d. Handelsübliche Gelegeband so das nur noch auf Länge geschnitten werden brauch u. fertig. Als ...Druckstück um das überflüssige Harz rauszudrücken u. einen hohen Faseranteil zu bekommen habe ich mir 1 25 mm Blechstreifen .. besorgt : :roll: den zwecks späterer Trennung einfach mit Packetklebeband einseitig beklebt habe. Das Ergebnis d. Unterseite sah echt Gut aus .. 10 Lagen haben 2 mm Zuwachs gebracht. Vorher natürlich schön Rauh anschleifen ( 40 er Körnung ) u. anschließend abblasen . Zu guter letzt um ein ablösen der Zusatzlagen zu verhindern wird das ganze mit Glasroovings umwickelt , das sollte eigentlich .. Brummen ! Die Schwinge kam mir schon bei Lieferung zu ..Mauckig vor , ich konnte sie ohne viel Mühe nur m. meinem Körpergewicht bei Druck v. oben : Unten 15 cm auseinanderdrücken :cry: . Wir werden sehen wie es zum Schluß ausgeht, ich werde mal 250 Kilo in das Fliegerchen reinpacken u. mal schauen wieviel die Füße .. die Grätsche machen . Natürlich zieht 1 Veränderung d. nächste nach sich : die Aufnahme muß angepasst werden ( + 4 mm Schwingenhöhe ) aber na ja ... ham wer schon sooo... vieles Doppelt gemacht .... Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Fr 1. Mai 2020, 06:16

Hallo Dietmar,

hast du mal grob abgeschätzt ob das CFK hält? 10 Lagen vom 25 mm Zeug ist nicht viel für eine Schwinge. Durch die hohe Steifigkeit wird es jetzt das meiste der Last aufnehmen. Wenn du Pech hast, macht diese Schicht Knack bei der ersten Landung. Besser als Rovings wäre die Schwinge komplett in ±45° biaxial zu wickeln. Dann bekommt sie auch mehr Torsionsteifigkeit. 250 kg Zusatzgewicht kommen mir etwas wenig für ein Belastungstest vor. Das deckt gerade die vom Piloten erzeugte Last. Der Flieger wiegt auch und müsste dementsprechend mit ein Lastvielfaches drauf.

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Liebernickel » Fr 1. Mai 2020, 07:28

Hallo zusammen,
ein professioneller Flugzeugbauer hat mir mal gesagt, dass man Fahrwerksschwingen nicht aus Kohle baut, sondern aus Glas mit einem entsprechenden
Kern z.B. aus Rohazell. Kohle ist zu hart. Mir ist mal bei einem Bruchversuch so eine Kohleschwinge um die Ohren geflogen.

Gruß Michael
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Fr 1. Mai 2020, 08:05

Hallo Flugzeugbauer , Danke für d. Infos . Beide Hinweise haben ihre Berechtigung u. stimmen auch . Umwickelt habe ich ja noch nicht .. kann also noch geändert werden. Der Modellbauer der mich beraten hat hat mir den Vorschlag m.den Unidirektional gemacht. Er baut auch für Große Flugmodelle Fahrwerke komplett in CfK , u. das seit 20 jahren , ich hab mich da einfach auf seine Erfahrung verlassen . Die Originalschwinge hat ja 25 x 25 Originalmass in GfK . So wie d. Schwinge Original war wäre sie 100 % Im Einsatz Kolabiert .. also irgendwas mußte passieren :x ! Es gibt da in F wohl noch 1 Verstärkte Variante , leider fehlt mir 1 Bezugsquelle . Mit welchem Lastvielfachen sollte ich denn Testen. Im großen u. ganzen hatte ich schon mit Euren diesbezüglichen Antworten gerechnet , sprich die genannten Facten waren mir n. ganz unbekannt.Aber irgendwas mußte ich machen ... :cry: Dümmstenfalls muß ich die Schwinge eben noch mal komplett Neu selber bauen. Sie auszuwechseln ist ja Fix passiert . Mfg. Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Fr 1. Mai 2020, 08:46

Hallo Dietmar,

Kohlefaser ist ziemlich steif und recht spröde. Es kommt aber auf die benutzte Faser an. Moderne Fasern wie IMS65 sind deutlich zäher. Dennoch wäre ich vorsichtig mit dem Einsatz von Kohlefaser in arbeitenden Bauteilen. Glasfaser ist viel Flexibler und kann viel mehr Energie aufnehmen, sprich federn, bevor sie bricht. Deshalb macht man gerne Schwingen und Sporne aus Glasfasern. Um leichte Teile zu machen, kann man – wie Michael schrieb – auf Sandwiches zurückgreifen. Der Kern kann auch Eschenholz sein.

Bis du sicher, dass die Schwinge zu schwach war? Man muss unterscheiden zwischen Festigkeit und Steifigkeit. Vielleicht war sie einfach zu weich. Bis 25×25 Glasfaser bricht, muss schon was passieren …

Lastvielfaches:
Das 2-fache Maximalabfluggewicht ist meiner Meinung nach das Minimum. Hängt aber vom Federweg ab. Sicherer ist's wenn man das 2,33-fache nimmt. Musste ich auch erst kürzlich für meinen Flieger ausrechnen …

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Timpilot » Fr 1. Mai 2020, 08:52

Ich kann mich den Hinweisen nur anschließen.

1. Mischt Du das elastisch "weiche" GFK mit dem elastisch viel "härteren" CFK, so wird das CFK alle Last tragen bevor das GFK überhaupt etwas merkt. Das heißt, das CFK müsste so diemnsioniert sein, dass es tatsächlich die gesamte Last aushalten kann. Anschauungsbeispiel: Zwei Federn parallel gespannt. Eine hart eine weich. Ziehst Du das Ganze das z.B. 1cm lang (also beide Federn 1cm längen), dann ist die Kraft = Last in der harten Feder viel größer als die in der weichen Feder.

2. CFK wird aus verschiedenen Gründen nicht für Fahrwerke genutzt.
a) Die innere Dämpfung bei Verformung ist bei GFK größer - GFK funktioniert also nicht nur als Feder sondern auch als Dämpfer - CFK ist mehr reine Feder und führt dann eher zum Springen.
b) CFK sollte definitiv nicht als Außenlage zum Einsatz kommen, da es empfindlich für Schlagbeanspruchungen ist. Steinschlag am Fahrwerk ist nicht abwägig - das würde eine Kohlefaser in der Außenlage schädigen.

3. Der Kern als Stützstoff oder Füllung im "Biegebalken" ist bei Leichtbau immer gut. Es tragen ja eh nur die äußeren Lagen die Lasten und das Zentrum bleibt unbelastet. Also macht es Sinn im Zentrum etwas Gewicht zu sparen. Es ist aber wichtig über einen Steg oder die finale Umwicklung eine funktionierende Schubverbindung zwischen Obergurt und Untergurt herzustellen. Ob das alles bei so einem kleinen Fahrwerk lohnt ist eine andere Frage und die Last ist ja nicht nur Vertikal sondern wirkt irgendwie schräg nach hinten oben...

Ich denke unter 2g solltest Du nicht testen, wenn Du einen Test machst. Also Flugzeug zirka auf 500kg beladen und den Schwanz aus Fluglage ca. 14° anheben - dann hast Du die Lastrichtung mit 25% Anteil nach hinten..
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Fr 1. Mai 2020, 11:10

Hallo noch mal , war gerade .. Auspacken gewesen . So sieht das Ergebnis aus .Steinschläge sollten eigentlich keine Rolle spielen da noch eine Aerodynamische Verkleidung drauf kommt . Nach dem Test sind wir schlauer , auf jeden Fall ist 1 ... Trockentest mit weniger ..Verlusten am Ende ! Die 500 Kg hebt mein E - Hubzug locker ... dann schau'n wer mal was da so abgeht. Danke für d. Tip Tim . Mfg.
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Andres » Fr 1. Mai 2020, 12:05

Hallo Dietmar,

kannst du Tempern? Ich würde das Teil einige stunden bei mindestens 40 °C vor dem Belastungstest tempern. Langsam aufheizen und dann halten. Nicht mehr als 10 °C pro Stunde beim Aufheizen, sonst kann sich das Teil verziehen. Auch wenn es kaltanhärtende Harze gibt, die nicht zwangsweise Tempern müssen, profitieren sie davon. Das Harz ist meist spröder wenn es nur Raumtemperaturen gesehen hat.

Viele Grüße,
Andrés
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Fr 1. Mai 2020, 15:02

Hallo Andres , das Tempern sollte kein Problem sein . Wenn wir die ...Gurke so etwas elastischer machen können : jedes bisschen hilft um ans Ziel zu kommen . Ich binn ja mit der Materie so gut wie gar nicht vertraut , immer gut wenn es da Spezialisten gibt d. mit Tip's weiterhelfen. ich binn ja gelernter Metaller , dann die Luciole - Holz - Harz - Umschulung u. jetzt noch CfK :mrgreen: Darf ich mich dann Doctor d. Materialwissenschaften nennen ? ? :lol: Vielen Dank Dietmar
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von Liebernickel » Sa 2. Mai 2020, 06:20

Servus Dietmar,
die Zeitdauer und Temperatur für das Tempern kannst Du dem technischen Datenblatt für das von Dir verwendete Harz entnehmen. Als Beispiel lege ich mal die Unterlagen für das von mir verwendete Harz bei. Wenn Du nach Tempern googelst findest Du auch Tipps über die praktische Durchführung!
Mein Flieger wird im Hochsommer im Planenanhänger getempert!
https://www.hp-textiles.com/TDS/DE/Epox ... t/GTDS.pdf

Gruß Michael
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Re: Bau einer Luciole MC 30

Beitrag von reifendietmar-2008 » Sa 2. Mai 2020, 07:07

Perfekt Michael , genau das E - 56 L hat mir mein ..Spezi für d. Schwingengeschichte empfohlen u. ist auch verwendet worden. Ich hab noch jede Menge schwarze Farbe da für das streichen deiner Anhängerplane :lol: ...unterstützt die Trockenzeit . und für den Umweltpreis schlage ich dich auch vor : 100 % Ökologisch wertvolles Tempern v. CfK Bauteilen :mrgreen: Einfälle muß man haben u. Bauabläufe zeitlich koordinieren können .Ich Danke dir .... Und bleibt alle ..Negativ ( Corona ) . Ich kenne da 1 Bäcker muss mal mit Ihm reden welche Temperaturen er am / hinter seinem Backofen hat zum Tempern . Mfg. Dietmar
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